Kategorie: Publikationen

Stilvoll ins Jenseits. Künstlerische Särge und Bestattungskultur in Ghana

Den Tod genauso zelebrieren, wie das Leben. Dieses Credo findet man in der Bestattungskultur der ghanaischen Ethnie Ga-Adangme, in der kreative Särge Verwendung finden, die die Vorlieben der Verstorbenen und ihre Träume darstellen. Zusätzlich verwandeln perfekt choreografierte Tänze die Beerdigungen energiegeladene Feste. Über 20 Jahre lang hat Regula Tschumi den Beerdigungskult in Ghana erforscht und fotografiert. Erstaunliche, farbgewaltige Bilder zeigen christliche und traditionelle Begräbnisfeiern, skurrile Rauminstallationen und Aufbahrungsarten sowie spektakuläre figürliche Sargmodelltrends. Auch Benjamin Aidoo (genannt »Ghana’s Coffin Dancer«) hat Tschumi bei seiner außergewöhnlichen Arbeit begleitet und fotografiert.

Regula Tschumi – Bowl Carriers

Metallschüsseln sind in Ghana allgegenwärtig. Sie werden hauptsächlich von Marktfrauen zum Transport oder zur Aufbewahrung ihrer Waren verwendet. Aber manchmal werden diese Behälter auf ganz andere und kreative Weise genutzt, und genau darum geht es in diesem Zine mit dem Titel „Multifunktionale Metallschüsseln”. Beispielsweise nutzen Marktfrauen ihre Schüsseln, um eine Pause von ihrer Arbeit zu machen. Dann sitzen oder sogar schlafen sie darin. Über den Kopf gestülpt, werden die Metallschüsseln zu improvisierten Helmen, die den Träger vor der heißen Sonne oder starkem Regen schützen. Kinder hingegen spielen gerne mit leeren Schüsseln. Und wenn sie vor den Körper gehalten werden, können diese Metallgefäße zu Schutzschilden werden, hinter denen sich Marktfrauen und Kinder manchmal verstecken.

 

Ataa Oko Addo (englisch)

The artist Ataa Oko Addo (1919 – 2012) of La in Ghana is seen as a pioneer of the world-famous Ghanaian coffin art. In 2002, after he first met the Swiss ethnologist and photographer Regula Tschumi, the former coffin artist, now aged over 80, began to draw. Until his death, Ataa Oko produced a unique body of graphic work, that provides insight into Ghanaian culture and the spiritual world of the artist.

 

 

 

Ataa Oko Addo (französisch)

L’artiste Ataa Oko Addo (1919 – 2012), originaire de La au Ghana, a été un pionnier de l’art du cercueil ghanéen, aujourd’hui mondialement connu. En 2002, après sa rencontre avec l’ethnologue suisse Regula Tschumi, l’ancien artiste du cercueil a commencé à dessiner à l’âge de plus de 80 ans. Jusqu’à sa mort, une œuvre graphique unique a été crée, donnant au spectateur occidental un aperçu de la culture ghanéenne et du monde spirituel de l’artiste.

 

 

Ataa Oko Addo

Der Künstler Ataa Oko Addo (1919–2012) aus La in Ghana war ein Pionier der heute weltberühmten ghanaischen Sargkunst. 2002, nach seiner Begegnung mit Regula Tschumi, begann der ehemalige Sargkünstler im Alter von über 80 Jahren zu zeichnen. So entstand bis zu seinem Tod ein einzigartiges grafisches Werk, das dem westlichen Betrachter einen Einblick in die Kultur Ghanas und in die spirituelle Welt des Künstlers vermittelt.

 

Verborgene Kunst. 
Geschichte, Transformation und Sinn der figürlichen Sänften und Särge in Ghana

R. Tschumis Text-Bildband basiert auf ihrer Dissertation und mehreren Jahren Feldforschung in Ghana. Erstmals stehen in dieser Publikation die figürlichen Sänften der Ga im Fokus. Sie werden im Kontext der Lebenswelt, aus der sie sich entwickelt haben und in der sie immer noch benutzt werden, untersucht und mit bisher unveröffentlichtem Bildmaterial dokumentiert.

Mit figürlichen Särgen das Leben Feiern. Zum Werk von Ataa Oko und Kudjoe Affutu

In der Ausstellung «Trauern. Von Verlust und Veränderung» (Kunsthalle Hamburg 7.2. – 2.8.2020) zeigten die ghanaischen Künstler Ataa Oko 80 Zeichnungen und Kudjoe Affutu verschiedene Objekte aus Holz. Regula Tschumis Text befasst sich mit der Geschichte der figürlichen Särge, geht den Fragen nach, was die Werke der beiden (Sarg-) Künstler verbindet und warum man in Ghana mit figürlichen Särgen das Leben feiert.

 

 

 

Mit Stil auf die letzte Reise. Ghanas dynamische Bestattungskultur

In ihrem Text beschreibt Regula Tschumi, wie in Ghana figürliche Särge – etwa als Fisch, Auto oder Flugzeug – genutzt werden und wie junge Künstler deren Motive kontinuierlich weiterentwickelt haben. Auch andere Begräbniskünste haben sich in den letzten Jahren verändert: So gestalten Bestatter die Trauerräume heute mit bunten Stoffen, künstlichen Blumen und aufwendigen Aufbahrungen, und manchmal ergänzen auch noch spezielle Sargträger die Zeremonien mit ihren choreografierten Tanzperformances.

Der Katalog erschien zur Ausstellung «Echo des Unbekannten. Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit», in der Kunsthalle Talstrasse in Halle (Saale), vom 1.10.2025-15.2.2026.

 

 

 

 

The buried treasures of the Ga. Coffin art in Ghana

Seit etwa fünfzig Jahren stellt die südghanaische Volksgruppe der Ga Särge in Form von Früchten, Tieren und Statussymbolen her und hat damit eine Tradition begründet, die hier erstmals umfassend in einem fundierten Text und in zahlreichen aussagekräftigen Abbildungen präsentiert wird.

The Figurative Palanquins of the Ga. History and Significance

Die figürlichen Särge der Ga wurden lange Zeit als revolutionäre Erfindung eines autonomen Künstlers – des Sargschreiners Kane Kwei aus Teshi – gefeiert. R. Tschumis jüngste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass sowohl die Wissenschaft als auch die Kunstwelt aufgrund mangelnder Informationen einem fogenreichen Irrtum aufgesessen sind. Dieser Text beleuchtet die Entstehung der figürlichen Särge aus den figürlichen Sänften und fasst die wichtigsten Forschungsergebnisse der Autorin zusammen.

Hors-champs. Genèse de l’affiche de l’exposition

Der Text von R. Tschumi geht den Hintergründen nach, die dazu geführt haben, dass die Kuratoren des Musée d’ethnographie Neuchâtel die Ethnologin damit beauftragt haben, das Plakat zur Ausstellung «Hors-champs» in Zusammenarbeit mit ghanaischen Schildermalern zu entwickeln.

 

Dieses Buch ist vergriffen.

Die vergrabenen Schätze der Ga. Sarg-Kunst aus Ghana

Seit etwa fünfzig Jahren stellen die Ga Särge in Form von Früchten, Tieren und Statussymbolen her und haben damit eine Tradition begründet, die hier erstmals umfassend in einem fundierten Text und in zahlreichen aussagekräftigen Abbildungen präsentiert wird. R. Tschumi geht der Geschichte dieser figürlichen Darstellungen in der Kunst und Religion Ghanas nach.

 

Dieses Buch ist vergriffen.